"Kino, TV und Co" sucht die Super-Comic-Verfilmung

--UPDATE--

Tja, so ist das mit den Besten-Listen, gerade wenn sie sich mit einer so aktuellen Thematik beschäftigen. Mittlerweile ist "The Dark Knight" erschienen, und der ist nicht einfach nur richtig Gut, sondern eben noch Besser. Damit wird die Qualität der in dieser Liste aufgeführten Filme nicht geschmälert, aber es sollte doch Erwähnung finden, dass Nolan's neuester Streich das Zeug dazu hätte ,spielend auf Platz 2 vorzustoßen, wenn nicht sogar auf Platz 1 - Da bin ich mir selber noch nicht schlüssig...


Nun ist es also soweit, und es folgt die dritte Ausgabe in der Rubrik „Kino, TV und Co sucht...“ Diesmal wird, die Überschrift verrät es bereits, die beste Comic-Verfilmung aller Zeiten gesucht. Und wie immer gilt auch hier: Der Versuch eine Top 5 aufzustellen, ist ebenso anspruchsvoll, wie interessant, und liegt stets im subjektiven Auge des Betrachters


In diesem Fall brauchen wir mal nicht die Wikipedia zu fragen, dass Genre ist klar und eindeutig umrissen. Gesucht wird der beste Film, der auf einem Comic basiert. Könnte man denken, dass diese Kategorie einfacher zu bewältigen sein müsste, als zum Beispiel der Versuch die beste Komödie, oder beste Satire zu finden, muss man jedoch konstatieren, dass dies ein Trugschluss ist. Zumindest ich war bei der Recherche immer wieder erstaunt, wie viele Filme auf einem Comic, beziehungsweise einer „Graphic-Novel“ basieren. De facto sind dies nämlich eine ganze Menge. Ausschlaggebend für dieses Ranking ist übrigens nicht, wie gut und wie genau das literarische Vorbild durch den Film adaptiert werden konnte. Wichtig ist einzig und allein, wie aussagekräftig der Film an sich geworden ist. Nun gibt es natürlich verschiedene Arten von Comic-Verfilmungen: Zum Beispiel gibt es jene, die den Comic mehr oder weniger eins zu eins übernehmen, und diesen „nur“ in bewegte Bilder umsetzen, in ihrer Machart nicht auf reale Schauspieler zurückgreifen, sondern vielmehr zum Genre der Zeichentrickfilme gehören. Die Verfilmungen der Asterix-Comics können an dieser Stelle als exemplarisches Beispiel genannt werden. Diese Unterkategorie des Grenes wird in diesem Ranking keine Berücksichtigung finden.


Grundvoraussetzung ist somit das Mitwirken realer Schauspieler. Abgesehen davon, ist es natürlich unerheblich für die Platzierung der Top 5 ob der jeweilige Film versucht einen comicartigen Stil beizubehalten, oder ob er vielmehr dazu übergegangen ist, den Stil des Comics hinsichtlich einer realistischen Darstellung umzuformen. Typisch, aber keineswegs zwingend für die Comic-Verfilmung, ist des Weiteren die Existenz einer, oder aber auch mehrerer klassischer Heldenfiguren, die sich ebenso selbstverständlich mit einem Ihnen diametral gegenübergestellten Antagonisten konfrontiert sehen. Einer der ersten großen und wohl überall auf der Welt bekannten Super-Helden, welcher den Weg auf die große Leinwand gefunden hat, war in den siebziger Jahren ohne Zweifel „Superman“, jene Rolle die Christopher Reeve bekannt machte. Die gleichnamigen Comics aus den dreißiger Jahren erschufen quasi einen Prototypen des Superhelden, der, wie im vorigen bereits angedeutet, als Vorbild für zahlreiche weiteren Helden seiner Art diente.


Die Auswahl möglicher Kandidaten für dieses Ranking ist somit überaus vielfältig, gerade weil man man Fug und Recht konstatieren kann, dass Verfilmungen von Comics in den letzten Jahren mehr als nur in Vogue gekommen sind. Gerade mit der Adaption der zahlreichen Marvel-Comics hat sich ein Markt geöffnet, der noch längs nicht gesättigt scheint. Und auch, und insbesondere bei Marvel, wechseln sich Licht und Schatten in der Abfolge der cineastischen Comic-Adaptionen mit schöner Regelmäßigkeit ab. Gäbe einen Preis für die am kontrovers diskutiere Comic-Verfilmung aller Zeiten, der Sieger würde mit „300“, basierend auf dem gleichnamigen Comic von Frank Miller, ohne Zweifel feststehen. Es ist mir immer wieder ein ganz spezielles Vergnügen Rezensionen zu diesem Streifen durchzulesen. Viele Rezensenten werden einfach nicht müde in diesem Film historische Kontinuitäten zu entwerfen (Lächerlich), Anknüpfungspunkte an das politische Weltgeschehen zu konstruieren (Gewagt), und dem Film schlichtweg gefährliche und diskriminierende Tendenzen zu unterstellen (Lächerlich). Argumentationslinien die in meinen Augen, nun ich möchte zwar nicht sagen lachhaft erscheinen (Eigentlich möchte ich das doch sagen), aber jedenfalls nicht nachzuvollziehen sind.


In seiner Summe ist „300“ ein einziges überzeichnetes Kunstwerk, dass auf durchaus provokante Weise ein visuelles Feuerwerk abbrennt. Ich hätte gute Lust diesem Film in die Top 5 aufzunehmen, dennoch verbietet sich dies aus der Prämisse heraus, dass der Plot, der dem Film zu Grunde liegt, dermaßen verkümmert ist, dass er de facto in einem Satz zusammenzufassen ist. Und das ist dann doch in der Summe zu wenig, um sich ganz vorne platzieren zu können, auch wenn ich „300“ auf visueller Ebene für einen grandiose Comic-Adaption halte, die dem Zuschauer – wenn er schon über den Film nachdenken möchte – zumindest eines ganz klar verdeutlicht, nämlich die manipulierende Wirkung von Bildern. Würde ich nach der schlechtesten Comic-Verfilmung aller Zeiten suchen, dann hätte „Catwoman“ sehr gute Chancen die Spitzenposition zu erobern. Das sich Halle Berry für diesen grottigen Streifen hergegeben hat, ist mir unbegreiflich, wenn da nicht mal jemand dem verlockenden Ruf des Geldes erlegen ist. Aber eigentlich war einem ja von vornherein, dass mit dieser Adaption eine mittelschwere Katastrophe einhergehen wird. So mussten ja schon vor dem Release gezielt Informationen über geplatzte BHs von Berry kolportiert werden, um Aufmerksamkeit für den Film zu generieren. Nun ja, decken wir nun also besser den gnädigen Mantel des Schweigens über dieses Desaster, und widmen wir uns erfreulicheren Dingen, nämlich den Top 5.



5. Platz: „X-Men“ (USA 2000)


Welcome to the future.“


Mit den X-Men hat es eine der bekanntesten Comic-Reihen aus dem Marvel-Universum auf den 5. Platz geschafft. Die X-Men sind eine Gruppe menschlicher Mutanten, die sich durch verschiedene Eigenschaften von den „normalen“ Menschen unterscheiden. So können sie zum Beispiel durch Wände gehen, haben regenerative Kräfte. Jeder einzelne Mutant hat eigene, ganz spezifische Kräfte, die ihn zu etwas Besonderen machen. Aber wie es so oft ist: Die Menschen haben Angst vor Dingen, die anders sind, und die sie nicht verstehen. Was an Brian Singers Adaption der Comics gefällt, ist die Tatsache, dass sein Film nicht zum Selbstzweck der reinen Unterhaltung verkommt. In seinem Grundtenor durchaus philosophisch angehaucht, bettet er dies in eine visuell schön inszenierte und spannend erzählte Geschichte ein, die natürlich in ihrem Charakter ziemlich Prolog-Lastig ist, war doch „X-Men“ nur der Auftakt für zwei weitere Sequels, die auf Grund des großen Erfolges dieses ersten Teiles in den folgenden Jahren in die Kinos kommen sollten. Es gibt ohne Zweifel Comic-Verfilmungen die sich von den Special-Effects her gesehen, weitaus gewaltiger und beeindruckender präsentieren. Das Schöne an „X-Men“ ist, dass er beweist, dass es eben nicht nur auf die Schauwerte ankommt, sondern dass auch und vor allem in einer Comic-Verfilmung eine gewisse Tiefe vorhanden sein sollte. Gerade hinsichtlich dieses Aspekts ist einer der großen Pluspunkte des Films sein Cast: Mit Patrick Stewart, und Ian McKellen hat man sich Schwergewichte des Schauspiels geholt, die den philosophischen Gegensatz des Films adäquat transportieren können. Um diese Beiden herum, gruppieren sich die anderen Protagonisten des Films, allen voran natürlich Wolverine, verkörpert von Hugh Jackman, der zu einerweiteren zentralen Figur dieser Verflimung geworden ist. Der überragende und verdiente kommerzielle Erfolg von „X-Men“ ebnete nicht nur den Weg für seine zwei Nachfolger, von denen zumindest der zweite Teil an die Qualität des Erste anknüpfen konnte, sondern ermöglichte auch den zahlreichen anderen Comic-Verfilmungen ihre Existenz, die nach 2000 wie Pilze aus dem Boden schossen. Dies alles führt dazu, dass „X-Men“ in diesem Ranking auf dem 5. Platz langt: Ein relativ gemächlicher Prolog mit überzeugenden Schauwerten, tollen Schauspielern, und intelligenter Geschichte – So soll es sein!



4. Platz: „Spiderman 2“ (USA 2004)


I have a choice.“


Und wieder ist es eine Marvel-Adaption, die den Weg in die Top 5 gefunden hat. Im Unterschied zu „X-Men“ ist es jedoch nicht der erste Teil, sondern der zweite Teil. „Spiderman 2“ setzte den Weg fort, der von Sam Raimi mit dem beeindruckenden ersten Teil begonnen wurde. War der erste Teil, ähnlich wie X-Men, in erster Linie ein Prolog, in dem es darum gehen musste die wichtigsten Protagonisten einzuführen, und zu erklären wie aus Peter Parker Spiderman werden konnte, gelingt dem Sequel wenige Jahre später etwas ganz Besonderes. Es tritt schlicht und ergreifend das ein, was von Cineasten aus aller Welt immer wieder sehnlichst erwünscht wird, aber doch in den seltensten Fällen gelingt. Das Geflügelte Wort: „Der Nachfolger ist niemals so gut, wie sein Vorgänger“ wird eben doch nur in den wenigsten Fällen widerlegt, wenn aber doch, dann ist dies etwas ganz Besonderes. Sam Raimi ist mit „Spiderman 2“ dieses Kunststück gelungen. Der Film beschränkt sich erfreulicherweise nicht darauf, den Helden völlig unreflektiert in seine weiteren Abenteuer zu entlassen. Nein, vielmehr geht die Entwicklung von Peter Parker weiter. Seine Existenz als Held gerät immer mehr mit seinem eigenen Leben in Konflikt. Und als er schließlich völlig entnervt seinen Anzug in die nächste Mülltonne stopft, ist er endgültig in einer Schaffenskrise angekommen. Hinzu kommt die Tatsache, dass „Spiderman 2“ ein wesentlich größeres Budget zur Verfügung stand, als seinem Vorgänger, und dies führt dazu, dass die Special-Effects einen gewaltigen Schritt nach Vorne machen, was der optischen Gefälligkeit des Films mehr als einfach nur gut steht. Um es auf den Punkt zu bringen: „Spiderman 2“ ist Popcorn-Kino, ohne jeden Zweifel, doch er versäumt es nicht, noch dazu auf die menschlichen Schwächen und Probleme seines Helden einzugehen. Wie schwierig es ist, diese Balance aus visueller Klasse und stringenter Charakterentwicklung zu behalten, zeigt der völlig missratene dritte Teil, der in seinem eigenen Größenwahn grandios gescheitert ist. Aber sprechen wir nicht, von diesem Desaster, sondern erfreuen uns an diesem sehr schönen Sequel, das auf einem nicht weniger gelungenen Vorgänger aufbaut. Wenn aber schon mal der angenehme Fall eintritt, dass der Nachfolger besser ist, als sein Vorgänger, so soll dieser Film dann auch seine wohlverdiente Aufnahme in die Top 5 erhalten.



3. Platz: „Road To Perdition“ (USA 2002)


There are many stories about Michael Sullivan.

Some say he was a decent man.

Some say there was no good in him at all.

But I once spent 6 weeks on the road with him, in the winter of 1931.“


Wie? Was? Warum? „Road To Perdition“ ist eine Comic-Adaption? Ja, allerdings, und was für Eine. Basierend auf der Graphic Novel von Max Adam Collins hat sich Sam Mendes, seit seinem phänomenalen Erfolg von „American Beauty“ in aller Munde, daran gemacht diesen Comic filmisch umzusetzen. Wie ich mittlerweile weiß, bin ich bei weitem nicht der Einzige, der „Road To Perdition“ für ziemlich unterschätzt hält. Der Film ist einer der wenigen Vertreter einer Comic-Adaption, der man dies nicht ansieht. Durch und durch auf „Realismus“ getrimmt, gibt es keinen Superhelden, der die Welt retten muss. Mendes entwirft ein düsteres dreckiges, ständig verregnetes Bild der Vereinigten Staaten zur Zeit der Prohibtion. Der Mob regiert die Straßen, die Geschäfte, die Nachtclubs, also praktisch das gesamte Leben. Man muss nicht darüber diskutieren, dass Mendes Adaption des Comics atmosphärisch wie optisch grandios geworden ist. Man könnte an dieser Stelle viele Szenen erwähnen, exemplarisch sei auf den ersten großen Showdown inmitten einer verregneten Straße verwiesen, in dessen Zuge der Film einer seiner emotionalen Höhepunkte erfährt. Überhaupt gefällt mir die kommunikative Rolle, die Regen und Wasser im allgemeinen in diesem Film spielen, überaus gut. Es ist oftmals zu lesen, dass Tom Hanks eine Fehlbesetzung für diesen Film sei. Welche eine Fehlleistung der Kritiker möchte ich sagen. Tom Hanks, der „Saubermann“ Hollywoods spielt den Killer Michael O'Sullivan. Dieser Mann, auf den Straßen hinter vorgehaltener Hand ehrfürchtig als „Angel of Death“ bezeichnet, ist mit Sicherheit kein guter Mensch. Er ist ein Killer der seine Arbeit ohne Erbarmen, ohne Skrupel zum gewünschten Ende bringt – dem Tod. Und doch wird dieser Mensch für den Zuschauer im Verlauf des Films zur Identifikationsfigur, obwohl er das nicht sein sollte. Und was könnte deswegen passender sein, als die Besetzung von Tom Hanks für diese Rolle. Die breite Masse mag diesen Kerl einfach, aber nun spielt er den Killer, den man eigentlich nicht mögen sollte, und doch fiebert der Zuschauer mit diesem Mann mit. Und schon ist geschehen, was Mendes erreichen wollte: Die Ambivalenz des Charakters von Sullivan überträgt sich auf den Zuschauer, der nun ebenfalls in dieser Zwickmühle der Ambivalenz gefangen ist. Mit „Road To Perdition“ hat Sam Mendes einiges bewegt: Er hat nicht nur eindrucksvoll beweisen, dass „American Beauty“ keine Eintagsfliege war, dazu hat er noch nebenbei einer der besten Comic-Adaptionen und beeindruckendes Mafia-Epos abgeliefert – Emotional, ausdrucksstark, athmosphärisch, optisch eindrucksvoll. Und am aller Wichtigsten: Er ist in diesen Top 5 auf dem dritten Platz gelandet.


When people ask me if Michael Sullivan was a good man, or if there was just no good in him at all, I always give the same answer. I just tell them... he was my father.“




2. Platz: „V wie Vendetta“ („V for Vendetta“ USA 2006)


Wait! Here comes the crescendo!“


Wie man immer wider hört, ist Allen Moore, der den Comic zu „V wie Vendetta“ erschuf, nicht gerade begeistert von der filmischen Adaption seines Werkes. Das ist zwar schade für ihn, braucht uns aber glücklicherweise nicht zu kümmern. Vielmehr haben die seit „Matrix“ legendären Wachowski-Brothers mit dem Drehbuch zu diesem Film etwas geschafft, was ihnen seit den Sequels zu „Matrix“ kaum einer mehr zugetraut hat. Der Film spielt in London in einer nicht allzufernen Zukunft. Die Zeit der demokratischen Ordnung Europas hat im Zuge zahlreicher und tiefumwälzender Veränderungen ihr Ende gefunden. Beherrscht wird das Land nun von einem autokratischen Diktator, der mit Hilfe von Zensur der Medien, Polizei, und der Abschaffung der regulierenden Funktion der Gewaltenteilung die Kontrolle über das Land in seinen Händen hält. Andersdenkende werden ausgegrenzt und verfolgt. Ein einzelner Mann, namens V, stellt sich diesem Regime entgegen, und bekämpft dieses, angetrieben von seiner persönlichen Vendetta, mit allen Mitteln.V wie Vendetta“ ist erstaunlich tiefgründig, stellt den Zuschauer aber in gewisser Weise vor die Wahl. Ich bin mir sicher, dass dieser Film konsumierbar ist, ohne auch nur eine Sekunde über das Gesehene nachzudenken. Hinter dieser Fassade aber, hinter der Maske von V, verstecken sich einige essentielle Fragen, über die die lohnt nachzudenken. Natürlich, V kämpft aus unserer Sicht für eine gute Sache. Die Demokratie, die Freiheit des Individuums ist es durchaus wert, verteidigt zu werden, aber mit welchen Mitteln? Den eigentlich ist V nicht viel besser, als die Machthaber an der Spitze des Staates. Er bedient sich derselben Methoden, er zerstört, er tötet, auch schreckt er nicht davor zurück, einen Menschen psychischer Folter auszusetzen, wenn er das für gerechtfertigt hält. Und genauso, wie es der totalitäre Staat im Film nicht für nötig hält, seine Handlung zu legitimieren, hält es auch V nicht für nötig seine Handlungen zu legitimieren. Gerechtfertigt sind diese, weil er für eine gerechte Sache kämpft, doch was gerecht ist, das entscheidet er. Heiligt der Zweck also alle Mittel? Abseits von diesen Überlegungen bleibt ein auch sonst sehr gelungener Film. Tolle Effekte, schöne, ausdrucksstarke Szenen, auch gleich zu Beginn des Films, die wenigen reinen Action-Sequenzen überzeugend umgesetzt. „V wie Vendetta“ unterhält, ohne ausschließlich zu unterhalten, eine Comic-Verflimung, welcher das Potential für weitergehende Diskussionen inhärent ist. Dafür gibt es den zweiten Platz in diesem Ranking.



1. Platz: „Sin City“ (USA 2005)


Turn the right corner in Sin City, and you can find anything...“


Wie es sich für jede anständige Nummer 1 gehört, bildeten sich schon im Zuge des Filmstarts die ersten Mythen und Legenden um die Entstehung dieses Meisterwerks. Es begab sich also zu der Zeit, als Frank Miller, Erfinder der Sin-City Comics, Besuch von Robert Rodriguez bekam. Eigentlich hatte Miller überhaupt keine Ambitionen „sein Baby“ in die Hände irgendeines Film-Heinis zu geben, doch Rodriguez bekniete ihn solange, bis er schließlich doch einem Treffen zustimmte. Dort köderte ihn Rodriguez mit ersten Szenen des Films, der Aussicht auf Stars wie Bruce Willis, und dem Versprechen, dass nichts ohne seinen Willen umgesetzt werden würde. Das Ende ist bekannt: Man holte sich noch Quentin Tarantino dazu, der bei einem solchen Projekt natürlich nicht fehlen darf, und scharte eine Schauspiel-Riege, die von Bruce Willis, Benicio Del Torro, Mickey Rourke, Clive Owen bis Rosario Dawson reicht, um sich, auf die jeder andere Regisseur neidisch wäre, und begann die Dreharbeiten zu „Sin City“, der den optischen Stil der Comic-Verflimungen revolutionieren sollte. Vergleicht man den Film mal mit einem Comic von Miller, wird man erstaunt sein, wiviele Bilder und Einstellungen eigentlich direkt übernommen worden sind. Und so ist „Sin City“ die ursprünglichste aller Comic-Verfilmungen, da sie den Comic nicht nur adaptiert, sondern ihn quasi Bild für Bild eins zu eins übersetzt, und zum Leben erweckt. Die Geschichten, die in diesem Sündenpfuhl von Basin City, indem außer „Sex & Crime“ nichts zu existieren scheint, erzählt werden, sind von einer solchen Bildgewalt, dass sie einem Schlag in die Magengrube gleichkommen. Noch dazu werden die wesentlichen Elemente des Film Noir in "Sin City" vereint: Gebrochene Helden, die Femme Fatale, die charakterisierende Stimme aus dem Off, dies alles ist eingebettet in völlig überstilisierte Bilder und eine Symphonie der Gewalt. Schwarz und Weiß, das sind die bestimmenden Farben in diesem Film, in dem immer mal wider einzelne Farbkleckse eingestreut sind, vorzugsweise in Form des roten Blutes. „Sin City“ ist brutal, genial, skurril, großartig, einzigartig, richtungweisend und somit von bleibendem Wert. Weniger Film, als Kunstwerk ist der erste Platz an dieser Stelle nur logische Konsequenz.




Quellennachweise:
Screenshot aus "X-Men". © by Bad Hat Harry Productions, Donners' Company, Marvel Enterprises, Twentieth Century-Fox Film Corporation
Screenshot aus "Spiderman 2". © by Columbia Pictures Corporation, Marvel Enterprises, Laura Ziskin Productions
Screenshot aus "Road To Perdition". © by DreamWorks SKG, Twentieth Century-Fox Film Corporation, Zanuck Company
Screenshot aus "V wie Vendetta". © by Silver Pictures, Anarchos Productions, Warner Bros., DC Comics (Vertigo), Virtual Studios
Screenshot aus "Sin City". © by Dimension Films, Troublemaker Studios


17 Kommentare:

Kaiser_Soze hat gesagt…

Dann lag ich also doch nicht so weit daneben. ;) SIN CITY und V FOR VENDETTA stehen übrigens auch bei mir weit oben.

Aber bitte: Wieso ist da BATMAN RETURNS nicht dabei? Nicht einmal in der Einleitung erwähnt. Schäm dich, die fast-beste Comicadaption zu vergessen bzw. nicht aufzulisten. :)

Meine Flop 5 (ohne Ranking):

CATWOMAN
GHOST RIDER
F4
SUPERMAN RETURNS

Ein 5. fällt mir spontan nicht ein, aber F4 - Silver Surfer ist sicherlich auch scheiße.

TheRudi hat gesagt…

Ein 5. fällt mir spontan nicht ein, aber F4 - Silver Surfer ist sicherlich auch scheiße.

Ist er nicht - der Surfer ruled alles weg, eine der coolsten Charaktere aller Zeiten :P

Finde deine Top 5 ziemlich stimmig, mit X-MEN, SPIDEY 2 und SIN CITY sind da auch starke Vertreter gut positioniert. Ich selbst halte PERDITION ja für überschätzt, ein technisch fraglos gut gemachter Film, mit einer Geschichte, die mich irgendwie nicht die Bohne kratzt. Außerdem gehöre ich auch zu den Menschen, die Hanks als Fehlbesetzung sehen. Dackelblick alleine reicht hier einfach nicht.

VENDETTA naja, kann man so sehen, hat aber starke Längen. 300 ist sicherlich auch ein Kandidat, zumindest für die Top 10. In eine Top 5 gehört für mich aber auf jeden Fall eine der ASTERIX-Verfilmungen, mein Liebling hier ist ja "Asterix erobert Rom". Diese Filme sind ganz großes Kino, immer wieder gerne anzusehen.

Die Liste wird übrigens nächsten Sommer ohnehin hinfällig, weil der gute Zack Snyder dann mit WATCHMEN ein Meisterwerk der Superlative hinlegen wird, da wird am Thron von SIN CITY geruckelt werden, aber hallo. ;)

Fazit: Abgesehen von RtP, doch das ist eben eine persönliche Ansicht, eine nette Liste.

C.H. hat gesagt…

@ Kaiser_Soze:

Ja, du warst in der Tat dicht dran. Zu Batman: Ich habe ja schon im Post vorher angedeutet gehabt, dass mir Batman ziemlich egal ist. Dementsprechend habe ich "Batman Returns" auch noch nicht gesehen. Im übrigen wird der bei Filmstarts (ja, ich weiß das ist nicht reräsentativ), genau wie bei der IMDB ziemlich durchschnittlich bewertet. Wahrschienlich findet man den also ziemlich mittelmäßig, wenn man nichtgerade auf Tim Buron steht - Wobei ich ihn dann eigentlich mögen müsste, who knows? ;-)

@ The Rudi

Ich selbst halte PERDITION ja für überschätzt

Du hätst ihn für überschätzt, ich für unterschätzt. Dann können wir uns ja in der Mitte treffen. Da liegt dann wahrscheinlich die objekive Wahrheit, aber die ist ja Langweilig ;-)

300 ist sicherlich auch ein Kandidat, zumindest für die Top 10.

Aber Hallo. Das ist definitiv so!

jeden Fall eine der ASTERIX-Verfilmungen

Hab ich ja am Anfang ausgeführt, dass Zeichentrick in diesem Ranking rausfällt, sonst hättest du Recht. Mein Liebling ist ebenfalls Asterix erobert Rom, dichtgefolgt von Kleopatra ;-)

Die Liste wird übrigens nächsten Sommer ohnehin hinfällig

Passiert, bei diesem doch recht frequentierten Genre. Ich hoffe auch sehr, dass Miller mit "The Spirit" einen würdigen Vertreter abliefert.

Kaiser_Soze hat gesagt…

@Rudi

Perdition soll überschätzt sein? Von wem denn bitte schön?

Du und deine Längen bei V.. Tzzzz... das setuert doch alles der Atmosphäre und Spannung bei. ;-)

Asterix-Verfilmungen hab ich bisher keine gesehen. DAS kratzt mich nicht die Bohne.

Zu WATCHMEN: Abwarten!

@C.H.

Bitte nicht solche Verweise. Filmstarts bewertet CHILDREN OF MEN mit 5, V FOR VENDETTA mit 6 und gibt viel Müll 9 oder 10. Die kann man nicht unbedingt ernst nehmen. Für mich sind viele der Filmstarts-Kritiken nur Mainstream-Reviews und keine, die Filme analysieren bzw. sie durchschauen.

Imdb ist imho auch wenig repräsentativ.

BATMAN RETURNS wird völlig verkant. Und ich spreche hier nicht als Burton-Fanboy, denn der erste BATMAN von ihm, ist eben nur etwas besser als mittelmäßig (wobei man hier schon die Tendenzen erkennen kann; außerdem wurde er von Warner Bros. eingeschränkt), sondern als objektiver Betrachter. Ich kann dir da nur Rajkos Review zu empfehlen:

http://psycho-rajko.blogspot.com/2007/01/retro-batman-returns-1992.html

Die bringt es auf den Punkt.

Aber andere Frage: Wie kann man den bitte noch nicht gesehen haben? :D

Zu Spirit: Das glaub´ich weniger. Das sieht für mich jetzt schon nach einem schlechten Sin City-Plagiat aus. Da setz´ ich lieber auf THE DARK KNIGHT.

PS: Die neue Kommentarfunktion gefällt mir besser. ;)

C.H. hat gesagt…

Ja, Blogger maccht gerade vieles neu, ist aber alles noch experimental und im Beta. Aber ich bin sehr happy, dass diese Kommentar-Fumnktion schon mal zu funktionieren scheint, die alte fand ich nämlich auch echt Scheiße!! ;-)

Bitte nicht solche Verweise

Ich habe ja selber gesagt, dass diese Wertung nicht repräsentativ ist. Zu der Review von MVV: Die kenne ich bereits, und die ist brillant geschrieben - Im übrigen wusste ich, dass du mir mit der kommst ;-)

Aber: Auch Mr.VV ist mit Sicherheit ebenso wenig objektiv bei einer Rezension, wie du oder ich es sind. Niemand kann das sein. Und wenn du mal schaust, sind seine Wertungen von Buron-Filmen weit über den für ihn typischen Durchschnitt. Das ist also quasi, ohne ihm zu Nahe treten zu wollen, eine einzige brillante Lobhudelei, die druch einen kompliziert-konstruierten Sprachstil, den Film über den grünen Klee lobt

Ich weiß, dass ich mich damit weit aus dem Fenster lehne, aber ich weiß eben auch wie er Filme, die er nicht leiden kann - "3002 z.B. - mit eben dieser sprachlichen Eloquenz vernichtet. - Von "Objektivität" keine Spur.

Und sollte ich mich jetzt, was "Batman Returns" angeht, wirklich irren, das weiß ich wenn ich ihn gesehen habe, dann werde ich öffentlich hier Abbite leisten... ;-)

Bis es aber soweit ist bin ich nicht davon überteugt, dass "BAtman Returns", wie Mr. VV schreibt, ein 100% Film ist.

Kaiser_Soze hat gesagt…

Ich weiß, was du meinst.

Aber Burton wird generell falsch rezipiert. Denn nicht nur BATMAN RETURNS wird verkannt, auch sein "Vater", also Burton himself.

Ich kann dir nicht sagen, ob man ihn falsch versteht oder ihn überhaupt nicht versteht, aber der man und sein ganzes Schaffen wird doch sehr, sehr unterschätzt.

Viele Mainstream-Anhänger werden möglicherweise nicht viel mit Burton anfangen können. Nicht, weil seine Filme unbedingt komplex sind, sondern weil sie nicht einfach konsumiert werden, sondern behandelt und goutiert.

PS: Naja, ich versuche immer so obejektiv zu sein wie nur möglich. Ich kann zum Beispiel sagen, dass mir der Film nicht gefällt, dass er aber gut gemacht ist. Also ist nicht immer alles subjektiv, sondern eher eine Mischung aus beidem.

C.H. hat gesagt…

Ich weiß gar nicht ob man Burton generell unterschätzt, oder einfach nicht versteht. Aber nicht das das ich hier mit meinen vorigen Kommentaren falsch rüberkomme:
Ich bin ein großer Fan von Burton. "Sweeney Todd" hab ich hier auf meinem Blog über alle Maßen gelobt, und wenn ich die Zeit hätte über "Sleepy Hollow" oder meinetwegegen "Charlie und die Schokoladenfabrik" zu schreiben, dann sehe das nicht viel anders aus... ;-)

tumulder hat gesagt…

Gegen Sin City stinken so ziemlich alle anderen Kandidaten ab. Keine Chance, zumindest bei mir;) Aber Ang Lees Hulk gehört definitiv an die Stelle von Road to Perdition (ich weiß, Du magst den Film), wenn Du schon so hohe Ansprüche an den Plot stellst.

C.H. hat gesagt…

Ich stelle hohe Ansprüche an den Inhalt? Das halte ich ja mal für ein Gerücht... ;-)

symBadisch hat gesagt…

Schöne Liste! Fast uneingeschränkter Zuspruch meinerseits. Vor allem für die Einbeziehung von "Road to Perdition" und "V for Vendetta", die ich beide auch für sehr gelungen erachte.

"X-Men" und "Spider-Man 2" gehören mit Sicherheit zu den besten der zahlreichen Marvel-Superhelden-Verfilmungen der letzten Jahre und haben deshalb auch Ihre Daseinsberechtigung in dieser (kurzen) Liste.

Was den Spitzenreiter "Sin City" angeht, so muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich den noch nicht gesehen habe, das werde ich aber demnächst nachholen.

Ob "Batman Returns" hätte berücksichtigt werden sollen? Dann hätte man sicher auch Nolans gelungenen "Batman Begins" in Erwägung ziehen können. Obwohl dieser vielleicht auch zusehr Prolog ist, um wirklich konkurrenzfähig zu sein. Da sollte man jetzt erstmal "The Dark Knight" abwarten ...

Und für Ang Lees "Hulk" möchte ich an dieser Stelle auch eine Lanze brechen, den halte ich auch für größtenteils unterschätz bzw. schlicht für missverstanden.

In meinen "Bottom-5" würde sich vermutlich noch "Constantine" wiederfinden ... was allerdings auch daran liegen mag, dass mir das Szenario nicht so liegt ...

C.H. hat gesagt…

"Sin City" noch nicht gesehen? Wie geht das? ;-)

"Batmans Begins" hatte ich in der Tat in Erwägung gezogen, aber mit derselben Begründung wie du ("Dark Knight" am Horizont) verworfen.

"Constantine" finde ich jetzt nicht sooo schlecht, aber mir liegt im Gegensatz zu dir das Szenario. Außerdem ist das für Reeves mal wieder einer der Rollen gewesen, wo seine "One-Face-Mimik" am rechten Platz war... ;-)

wortman hat gesagt…

meine top 5 wäre da:
1. sin city
2. v wie vendetta
3. x-men
4. constantine
5. renaissance

C.H. hat gesagt…

"Constantine" gefällt mir auch gant gut. Schöne Bilder, und ich mag das Thema.

Kaiser_Soze hat gesagt…

Da müsstest du ja jetzt eigentlich eine Verbesserung vornehmen. ;)

C.H. hat gesagt…

Jop, hab ich auch schon dran gedacht. Nicht das ich den Beitrag umschreiben möchte. Es ist halt so, dass diese Listen vergänglich sind, aber zu Beginn könnte man schon deutlich machen, dass "The Dark Knight" ein solcher Urknall war, dass es in der Tat Folgen für diese Liste hat. ;-)

Mr. Vincent Vega hat gesagt…

So, BATMAN RETURNS jetzt mal wenigstens gesehen, da DARK KNIGHT ja so eingeschlagen ist? ;)

C.H. hat gesagt…

Nein, das steht in der Tat noch aus. Im Moment habe ich Burtons "Corpse Bride" geliehen. Das wird also erstmal der nächste Burton werden... ;-)

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