

Als in diesem Jahr mit „Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers“ das zweite direkte Sequel von Stephen Sommers „Die Mumie“ auf den Zuschauer losgelassen wurde, markierte dies den (wahrscheinlich nicht) endgültigen Höhepunkt einer traurigen Entwicklung, die aus ihrem eigenen Erfolg, eben ganz getreu den Gesetzten des Marktes, hervorgegangen ist. Nicht nur das im dritten Teil der Mumien-Saga überhaupt keine Mumie im klassischen Sinne mehr verkommt, man erdreistete sich auch noch die Geschichte um Rick und Evelyn zu einer dümmlichen und seelenlosen CGI-Spielerei zu verkommen lassen. Aus dieser Perspektive erscheint es nur konsequent das zumindest Einer der beiden Hauptdarsteller, nämlich Rachel Weisz, nach dem schon enttäuschenden ersten Sequel „Die Mumie kehrt zurück“ die Expedition verlassen hat. Allein dieser erste Nachfolger ist nämlich in seiner Summe mehr als einfach nur ärgerlich zu bezeichnen. Ganz ohne jegliche Scham werden da Szenen und Bilder des ersten Streifens kopiert und das nicht etwa im Sinne eines honorigen Zitats, sondern vielmehr in der Konnotation eines üblen und platten Plagiats. Und damit nicht genug, degeneriert die Bibliothekarin und Archäologin Evelyn in diesem Nachfolger ganz plötzlich zur kämpfenden Amazone, von der Etablierung einer nervigen und altklugen Plage, die sich der Sohn der beiden schimpft, ist an dieser Stelle noch nicht einmal gesprochen worden.
Bei all diesen Misständen hat sich dann die Ober-Mumie Imothep wohl auch gedacht, dass er nach der ersten und der zweiten Rückkehr jetzt besser gar nicht mehr wiederkehren sollte. Aber das machte ja nichts, Ersatz wurde schon im zweiten Teil in Form des Skorpion-König gefunden, einer Nebenfigur, der man dann in der Folge mit „The Scorpion King“ ein eigenes (wenig erfolgreiches) Prequel zum Sequel spendierte, welches dann, man mag es kaum glauben, doch tatsächlich noch mit „The Scorpion King 2: Aufstieg eines Kriegers“ ein Prequel zum Prequel vom Sequel, das jetzt aber wiederum ein Prequel zum neuen Sequel von „Die Mumie“ ist, bekam Im Jahr 1999 war von diesem ganzen Unsinn aber noch nichts zu Erahnen, denn da war die Welt der Mumie, und damit kann diese Litanei jetzt endlich beschlossen werden, noch in Ordnung.
1999 nämlich wurde Stephen Sommers Remake des gleichnamigen Originals von 1932, seiner Zeit mit Boris Karloff, zur Kino-Überraschung des damaligen Kino-Sommers. Das dieser Film zur Überraschung wurde, vermag, wenn man mal einen Blick auf den damaligen Trailer zum Film wirft, durchaus zu überraschen. Diese Vorschau vermittelte nämlich den unbedarften Eindruck eines konventionellen 08/15 Blockbuster-Horror-Streifens, die nichts von dem andeutete, was den Film dann letztendlich auszeichnete und sich holzschnittartig auf Formel von einer nicht geringen Priese Horror, kombiniert mit Abenteuer, Humor und liebenswerte Protagonisten, bringen lässt. Insgesamt spielte der Film dann an auch über 400 Millionen Dollar an den Kinokassen ein – Was für ein Erfolg für Stephen Sommers. „Die Mumie“ ist dann jedenfalls auch die wohl beste Regieleistung seiner bisherigen Karriere gewesen. Von dem verunglückten Sequel war bereits die Rede und von „Van Helsing“ einem Film, der ganz ohne Zweifel große Chancen in der Kategorie der „dümmsten Filme aller Zeiten“ hätte, soll an dieser Stelle gar nicht erst angefangen werden.
Dann doch lieber die Geschichte des Hohe-Priesters Imothep, der sich, wie in der Eröffnung des Films herausstellt, unerlaubterweise mit der Gespielin des Pharaos vergnügt hat. Da die Sitten im alten Ägypten durchaus als rauh zu bezeichnen sind, hat dies seine lebendige Mumifizierung in Hamunaptra, „Der Stadt der Toten“ und ewige Verfluchung zur Folge, aus der man ihn besser nicht befreien sollte, da er sonst, wieder erweckt und ausgestattet mit unermesslicher Macht, die sieben Plage über Ägypten bringen würde. Und so gehen die Jahrtausende ins Land, bist eines schönen Tages zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts die Stadt der Toten von dem Abenteurer und Soldat der Fremdenlegion Rick O' Connell (Brendan Fraser) entdeckt wird. Als ihm dann noch von der tolpatschig-naiven Bibliotheks-Maus Evelyn (Rachel Weisz) im wahrsten Sinne des Wortes der Hals gerettet wird, was ihm zur Einlösung des Versprechens, sie und ihren Bruder Jonathan (John Hannah) nach Hamunaptra zu führen, zwingt, nimmt das Unheil seinen Lauf. Dort nämlich erweckt Evelyn, natürlich aus Versehen, die Mumie und der Spaß kann beginnen.
In seiner Summe ist „Die Mumie“ weniger Horror-Film, als Abenteuer-Komödie geworden. Humor ist ein essentieller Bestandteil der sich immer wieder seine Bahnen bricht, dabei aber zum Glück in den wenigsten Fällen die Grenzen zur Albernheit überschreitet. Wenn die Mumie zum Beispiel im Zuge ihrer Regeneration die Augen eines Kurz-Sichtigen erwischt und in der Folge schlecht sieht, ist das nicht nur ein klassischer Fall für „Dumm gelaufen“, sondern eben auch eine gar nicht mal so dumme Persiflage auf das Genre. Aber natürlich ist Humor nicht Alles, vielmehr ist es die Gesamtkonzeption die den Film zu einem stimmigen Ganzem bringt, der seine einzelnen Aspekte zu einem Bild zusammenfügt, das eben rund, nicht eckig ist und den Film zu einem Abenteuer werden lässt, das man fast zwangsläufig sympathisch finden muss. Ebenso passend und stimmig ist auch die Konstellation der Figuren, die wunderbar harmonieren und durch die beteiligten Schauspiele zum Leben erweckt werden und somit eben nicht in völlig Eindimensionalität versanden. Schön fotografierte Bilder tragen dann den Rest dazu bei die nötige Atmosphäre zu generieren, die nötig ist wenn man gewillt ist eine Geschichte im Wüstensand der Zwanziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts zu erzählen.
„Die Mumie“ ist reinstes Popcorn-Kino, das aber einfach gut gemacht ist. Ausgestattet mit einer Riege von guten bis ausgezeichneten Schauspielern erzählt der Film seine Geschichte auf äußerst amüsante und unterhaltsame Art und Weise. Die visuellen Effekte wissen weite Strecken der Spielzeit ebenso zu überzeugen, wie die Geschichte an sich die natürlich auch in diesem Fall nur der Mittel zum Zweck ist, der man dies aber nicht sofort ansieht. Und wenn am Ende die Mumie besiegt ist und das siegreiche Liebespaar auf ihren Kamelen der untergehenden Wüssten-Sonne entgegen reitet, ist schlussendlich zu konstatieren, dass Stephen Sommers „Die Mumie“ immer wieder Gerne gesehen wird, ganz im Gegensatz zu seinen zahlreichen Nachfolgern – Fazit: 8 von 10 Punkten.
Quellennachweis: Screenshots aus "Die Mumie". © by Universal Pictures, Alphaville Films






15 Kommentare:
Natürlich der Beste Teil der Reihe, aber auch extrem lang geraten. Speziell der Raub von Evey durch Imothep ist viel zu langatmig. Würde ihm daher wohl noch einen Punkt abziehen, aber im Vergleich zum dritten Teil ist dies hier ein Meilenstein der Filmgeschichte ;)
aber im Vergleich zum dritten Teil ist dies hier ein Meilenstein der Filmgeschichte ;)
ROFL
Mal eine kurze Frage: Warum sind Die Mumie 2 und 3 "direkte Remakes"? Wohl eher passt da der Begriff "Sequel", meinst du nicht? Schließlich wird da eine Geschichte weitererzählt und nicht wiedererzählt (auch wenn es einem manchmal so vorkommt ;)).
Reiner Tippfehler. Am Ende des zweiten Absatzes spreche ich ja dann auch von Se- und Prequel. Mea Culpa. Danke!! ;-)
Word!
Im zweitem Teil sieht Rachel aber ein wenig besser aus;) Aber das Die Mumie (Sommers) jemals mit Horror assoziiert werden könnte, darauf wäre ich nie gekommen. Für mich war von Anfang klar, daß es sich hierbei um ein Indie Derivat handelt. Um Punkte soll man sich ja nicht streiten, aber 7,5 hätten's auch getan.;)*schmunzel*
Als ich damals im Kino war und den Trailer gesehen habe, hatte ich gedacht, das der Film eher mehr Horror-Elemente in sich tragen würde. Aber da war ich ja auch noch ein Kind ;-)
Jedenfalls hat der Trailer nichts von dem ganzen Humor, etc. gezeigt, die den Film dann ja in der Summe ausgemacht hat.
Ja, stimmt schon. Der Trailer nahm sich völlig ernst und aus diesem Grund habe ich den Film ehrlich gesagt über zwei oder drei Jahre ignoriert.
meine damailge Freundin war auch ganz enttäuscht dass es doch kein Horrorfilm war, aber als Actionkomödie geht der schwer in Ordnung
aber als Actionkomödie geht der schwer in Ordnung
Diese Einschätzung ist auch schwer in Ordnung. ;-)
Defintiv WORD! Und tolle Einleitung ;)
Ja, der ist schon goutierbar als reines Popcornkino. Doch so stark, wie du ihn hier empfielst ist er sicher nicht. Dafür findet er sich letzten Endes viel zu sehr selbst komisch. Und mehr noch.
@ The Duke:
Danke. ;-)
@ Kaiser_Soze:
Na das hat sich ja in der Tat mittlerweile herausgestellt, dass ich tendenziell nicht ganz so "kritisch" bin wie du... ;-)
@ tumulder: wenn überhaupt ist es ein derivat eines indy-derivats. soviel zeit muss sein. ;)
@anonym
Korinthenkacker;)
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