

Man muss sich schon fragen, ob Alan Moore nicht mit der Aussage Recht gehabt hat, dass seine visionäre und richtungsweisende Graphic Novel „Watchmen“ unverfilmbar ist. Denn unverfilmbar ist dieser Comic ohne Zweifel dann, wenn man es allen recht machen will. Das dies ein Ding der Unmöglichkeit ist, sieht man nun an den kontroversen Besprechungen zu diesem neuesten Opus Magnus der Comic-Verfilmungen. Die Einen kreuzigen Regisseur Snyder für sein angebliches Versagen die Vorlage adäquat zu verfilmen, für seinen Verrat an der Vision Moores. Die Anderen hingegen bemängeln gerade den Kreuzgang Snyders, der sich zu sklavisch an der Vorlage festgehalten hätte, Panel für Panel abgefilmt hätte, und eine eigene Interpretation der Watchmen sträflich vermissen lassen würde. Um es kurz zu machen, der arme Synder hat es nicht leicht: Nicht nur, dass er den Liebesentzug von Moore erdulden muss, der mit dieser Verfilmung nichts zu tun haben will, nein, er muss sich dazu auch noch einem Spannungsfeld divergierender Interessen ausgesetzt sehen, die er wohl oder übel nicht alle befriedigen kann. Und schließlich gibt es ja auch noch jenen Teil des Publikums, der mit der Vorlage nicht vertraut ist und behutsam in die Geschichte eingeführt werden muss. Die Causa „Watchmen“ zeigt also einmal mehr welch delikates Unterfangen es darstellt, eine solche Vorlage auf Zelluloid zu bannen. Und natürlich, es gibt in der Rezeption kein „richtig“ und kein „falsch“, sondern es ist die Wahl der Perspektive, die die Richtung vorgibt: Wer Snyders „Watchmen“ einem strikten Vergleich mit der Graphic Novel unterzieht und diese auf intentionale und formale Übereinstimmung prüft, wird zu anderen Ergebnissen kommen, wie jemand der den Film in Unkenntnis von Moores Vorlage konsumiert.
Man durfte wirklich gespannt sein, ob Zack Snyder der richtige Mann für diesen Film ist. Zwar hatte sich Snyder in der Verfilmung des Frank Millers Comic „300“ ausgezeichnet darauf verstanden das Thermopylen-Gemetzel in optisch beeindruckender Brillanz zu inszenieren, die ordentlich Laune machte, inhaltlich aber eine einzige große Leerstelle darstellte. Nun also „Watchmen“, ein mehrbändiges Ungetüm von einer Graphic-Novel, welche sich in ihrer inhaltlichen Dichte ohne jeden Zweifel nur mit Kürzungen und Auslassungen in einen Film umsetzten lassen würde. Ein schwieriges Unterfangen, mit dem sich Snyder da konfrontiert sah und das er für meine Begriffe gut, aber nicht überragend gelöst hat. „Watchmen“ ist weder – um das Fazit schon mal anzudeuten - das Debakel, das von einigen Kritikern befürchtet worden war, noch das erhoffte Meisterwerk. Aber ob nun Debakel oder Meisterwerk, ganz ohne jeden Zweifel ist dieser Film eine der interessantesten Comic-Verfilmungen der letzten Jahre, was natürlich zuvorderst an Alan Moores und Dave Gibbons Vorlage liegt, die nicht nur eine beeindruckende und tiefgründige Dystopie mit moralischen Grundfragen geschaffen haben, sondern auch eine Dekonstruktion der Superhelden der Comicgeschichte – Und diesen beiden inhaltlichen Eckpfeilern der Vorlage wird der Film, wenn auch im unterschiedlichem Maße, durchaus gerecht.
„Watchmen“ entwirft das Szenario einer fiktiven USA im Jahre 1985: Der kalte Krieg ist kurz davor heiß zu werden. Die symbolische Doomsdayclock steht auf fünf vor Zwölf. Die nukleare Selbstzerstörung der Menschheit, ausgelöst durch einen Waffengang zwischen den USA und der Sowjetunion, steht unmittelbar bevor. In dieser Welt, in der die USA den Vietnamkrieg gewonnen haben, die Friedens-Bewegung beseitigt, und Präsident Nixon seine fünfte Amtszeit angetreten hat, stehen die USA auch vor einer gesellschaftlichen Zerreißprobe. Die Watchmen, eine Riege von „Superhelden“, die seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts auf den Straßen für Recht und Ordnung sorgten und in der Folge auch von der Regierung für deren Zwecke eingespannt worden sind (Nur so konnten die USA Vietnam gewinnen), sind mittlerweile verboten. Der Keene-Act besiegelte damit das Ende der Watchmen, die sich in der Vergangenheit in der Gesellschaft zusehends durch ihre Selbstjustiz unbeliebt gemacht hatten. Einzig Dr. Manhattan (Billy Crudup), als einziger Held nach einem Strahlenunfall tatsächlich mit Superkräften ausgestattet, befindet sich noch im Dienst der Regierung und arbeitet mit Adrian Veidt alias Ozymandias (Matthew Goode) an einer neuen Möglichkeit zur unerschöpflichen Energiegewinnung, welche die Probleme der Menschheit, und damit letztlich auch den Weltuntergang verhindern könnte. Die angespannte Situation wird in der Folge noch verschärft, als der misanthropische Comedian Jeffrey Dean Morgan, einer der Watchmen, ermordet wird. Der in den Untergrund abgetauchte Sozioptah Rorschach (Jackie Earle Haley) wittert eine Verschwörung gegen die Watchmen und warnt seine ehemaligen Kollegen, neben Dr. Manhattan und Ozymandias, sind dies noch Daniel Dreiberg alias Nite Owl II (Patrick Wilson) und Laurie Jupiter Silk Spectre II (Malin Akerman). Währenddessen rückt der Zeiger auf vier vor Zwölf.
Wenn in den ersten Minuten des Films Bob Dylan's „The Times, They Are A-Changin'“ ertönt und zu diesen Klängen die Geschichte der Watchmen, das Entstehen und Wirken der ersten Generation und die historische Entwicklung der USA in all ihrer dystopischen Düsterkeit nachgezeichnet werden, dann ist dies ein exorbitant starker Beginn für den Film, der die Richtung in der Hinsicht vorgibt, dass Snyder im Verlauf von „Watchmen“ immer wieder große Momente aufblitzen lässt, dieses Niveau jedoch nicht durchgängig halten kann. Man kann Synder mit Sicherheit nicht vorwerfen, dass er keinen Sinn für die interpretatorische Idee hat. Der Film hat somit seine Momente, gerade auch dann wenn er mit Zitaten der Musik- und Filmgeschichte arbeitet. Nenas „99 Luftballons“ ist als Metapher für den drohenden Weltuntergang durch militaristische Verblendung ebenso großartig, wie etwa die gekonnten Zitate auf den Walküren-Ritt bei Coppolas „Apocalypse Now“, oder auch Kubricks War-Room in „Dr. Strangelove“. Doch die Dichte des Films, nicht nur was die Codierungen angeht, sondern vor allem auch die inhaltliche Ebene, ist für den Film Segen und Fluch zu gleich. Im Reigen der zahlreichen Rückblenden und Erklärungen geht der narrative Fluss des Films zuweilen ein wenig verloren. Es muss schwer fallen, dem Epos zu folgen, wenn man mit der Geschichte nicht vertraut ist. Die dichte Staffelung inhaltlicher Themen in „Watchmen“ führt zu einer überhasteten Erzählfolge, die dem Film nicht gut zu Gesicht steht. Und doch ist es positiv zu erwähnen, dass Synder seine Protagonisten viel miteinander sprechen lässt und die Action nur punktuell in den Vordergrund rückt.
Das diese von Snyder in der gewohnten optischen Gefälligkeit inszeniert ist, und zu weilen an „300“ erinnert, vermag nicht weiter zu überraschen. Das der Gewalt-Faktor in diesem Film dann noch überaus hoch ist, passt in die düstere und dreckige Umgebung, in der der Film spielt. Aber all diesen visuellen Spielereien, die Effekte, die optischen Aha-Momente, können in diesem Fall nur der Rahmen für die eigentliche Geschichte darstellen. „Watchmen“ ist eine subversive, politische, düstere aber auch philosophische Vorlage, und dieser Grundtenor wird auch im Film, natürlich vor allem durch Rorschach (The world will look up and shout "Save us!"... And I'll whisper "No".) verdeutlicht. Das dann ausgerechnet das Ende des Films, die Auflösung oder gewissermaßen der Big Bang zu brav und zu sauber gehalten ist, muss ausdrücklich bedauert zu werden. Zu schnell geht der Film hier über den eigentlichen Kern der Geschichte weg, über diese gewaltige Leerstelle der Moral, die bis ins Mark erschüttern würde (gerade in ihrer historischen Anlehnung), würde man sie gebührlich in den Vordergrund rücken. Besser gelingt Snyder da die Beschäftigung mit den Charakteren seiner Superhelden, die in „Watchmen“ als Helden dekonstruiert werden: Nicht besser als „normale“ Menschen, gehen sie doch aus der Gesellschaft hervor, unterliegen sie den selben Schwächen und Bedrüfnissen, wie der Rest auch. Was hier gezeigt wird, ist die Zerstörung eines gängigen Idealtypus Superheld, der in Snyders Film zu einer interessanten Reflexion des Genres wird.
Das es nicht zum großen Klassiker reichen wird, das verhindern jedoch die angesprochenen Schwächen. Zumindest vorerst. Es ist zu lesen, dass es ein Director's Cut folgen wird, der den ohnehin für eine Comic-Verfilmung überaus langen Film noch mal deutlich verlängern wird. Es ist nicht ausgeschlossen, dass in dieser Version Leerstellen geschlossen werden, die im Moment noch bestehen. In der Summe ist „Watchmen“ eine gute, aber eben nicht sehr gute, Comic-Verfilmung, die nicht nur durch ihre optische Brillanz und guten Leistungen der Schauspieler (Über allen thront Rorschach), sondern auch durch die ungeheuer komplexe und tiefgründige Geschichte rund um Dystopie und Zerschlagung des Superhelden-Mythos punkten kann. Im Moment gibt es dafür 7,5 von 10 Punkten. Das kann sich aber nach Sichtung des Director's Cut und der Lektüre der Vorlage noch mal ändern.
Rezension in anderer Form (Blu-Ray-Besprechung) erschienen bei Wicked-Vision
Eine kleine Nachkrititik: Der Director's Cut im Schatten der Vorlage:
Es zu Beginn der folgenden Ausführungen noch einmal ausdrücklich betont: „Watchmen“ war in diesem Jahr einer der Blockbuster, die vom Potential her mehr zu bieten hatten, als all die Wolverines, Terminatoren und wie sie alle heißen. Natürlich war dies nicht in erster Linie das Verdienst des Films an sich, sondern zuvorderst der famosen Vorlage von Alan Moore und Dave Gibbons geschuldet. Und eines ist auch unstrittig: Eine solch vielschichtige und dichte Graphic Novel, wie „Watchmen“ konnte, auch wenn sich Zack Synder alle Mühe gegeben hat Chiffren und Geist der Vorlage einzufangen, nur mit Abstrichen auf die Leinwand übertragen werden. Es soll an dieser Stelle auch nicht um Aspekte der künstlerischen Freiheit gehen, die sich Synder natürlich ganz selbstverständlich genommen hat: Ob nun die Kostüme oder die Musikauswahl, oder andere Dinge: Letztlich firmieren diese Dinge unter dem klassischen Aspekt der "Geschmackssache", die einem entweder gefällt oder eben auch nicht. In den USA ist nun vor wenigen Monaten der angekündigte Director's Cut erschienen und laut Zack Synder ist dieser Cut die Version des Films, wie er sich ihn vorgestellt hat. Und in der Tat: Die um rund 24 Minuten verlängerte Fassung zeigt sich in der Summe ein wenig runder, als die Kinofassung. Viele Szenen sind verlängert worden, aber nur wenige sind wirklich hinzu gekommen. Am wichtigsten ist in diesem Kontext wohl die Sequenz in der Hollis Mason (Night Owl 1) von einer Gang ins seiner Wohnung ermordet wird und die nachfolgende Rache von Dan. Ansonsten „zeichnet“ sich der Director's Cut“ am ehesten noch durch die Intensivierung der im Film dargestellten Gewalt aus, vermag dem Film aber keinesfalls neue Impulse zu verleihen.
Die Zweitsichtung des „Watchmen“ geschah nun, anders als zuvor, in Kenntnis der Comicvorlage. Dieses Wissen hat zwar keine Auswirkungen auf die Tatsache, dass mich das in „Watchmen“ behandelte Thema immer noch fasziniert, und mich der Film von der ersten Sekunde an mit seiner Atmosphäre wieder gefangen hatte, wohl aber auf die Wertung. Bei dieser spielen nun zuvorderst drei Faktoren eine Rolle: 1. Der Director's Cut wertet den Film nicht spürbar auf. 2. „Watchmen“ präsentiert sich auch in Kenntnis des Comics bis zu seinem Finale trotz seiner in der Rezension thematisierten Schwächen als annähernd ausgezeichnete Adaption einer Comicverfilmung. 3. Das Finale, wie es im Film dargestellt ist, ruiniert den Film. Gerade die beiden letzteren Punkte verlangen nach einer Erklärung: Ich verlange von einer Literatur-Verfilmung keinesfalls eine sklavische Adaption der Vorlage und es ist auch unbestritten, dass Kürzungen in diesem Kontext immer in der Natur der Sache liegen. Dies ist zweifelsohne stets eine äußerst diffizile Angelegenheit. Es gibt immerhin einen Grund, warum nur wenige Literaturverfilmungen funktionieren.
Was jedoch von einer filmischen Umsetzung von „Watchmen“ erwartet werden muss, ist das die Verfilmung den Geist der Voralge einfängt und diese nicht verfälscht. Und bezüglich dieses Aspekts muss konstatiert werden, dass Synder das Finale und somit auch die Intention der Vorlage dermaßen in den Sand setzt, das es eigentlich kaum zu fassen ist. Wie „Watchmen“ das zutiefst perverse Finale der Vorlage in seiner Inszenierung missachtet, ist in der Tat schwerer Tobak. Wo die Vorlage in all ihrer visuellen Drastik, die die aus der Dystopie hervorgehende Utopie von Beginn an als mindestens ebenso schlimme Dystopie entlarvt, regiert bei Synder im direkten Vergleich quasi eitel Sonnenschein. Seine Inszenierung ist nämlich in all seiner von Dreck und Härte befreiten, beinahe erhaben wirkenden Optik, die sich dann nicht zuletzt erblödet in strahlenden Sonnenschein aufzugehen, von allen Reizpunkten befreit. Wo sind die in der Vorlage stilisierten Bilder hin, die sich voller Blut, Gewalt und doppeldeutiger Chiffren ausgezeichnet als mahnendes Fanal dieser Geschichte angeboten hätten? Das ist umso perfider, als Zack Synder in den dem Ende vorangestellten Filmminuten ja keinesfalls einen gewaltbefreiten Film abgeliefert hat. Im Gegenteil: In all seiner zum teil ästhetisierten Gewalt, ist die letztendliche Verfilmung noch um Einiges drastischer, als die Vorlage. Umso unverständlicher muss also das von Synder inszenierte Finale angesehen werden. War es Feigheit, das Unvermögen die Tragweite dieser Veränderung auf Zelluloid zu bannen, oder hat er die Vorlage von Moore doch nicht verstanden? Was auch immer die Gründe gewesen sein mögen, der Verfilmung bricht es letztendlich, obschon „Watchmen“ kein schlechter Film ist ( Ich mag den nach wie vor), das Genick. „Nothing ends, Adrian. Nothing never ends.“ - Himmel, noch nicht einmal dieser Satz hat es in den Film geschafft. Es ist zum Verzweifeln. - Fazit: 4,5 von 10 Punkten.
Quellennachweis: Abbildungen aus "Watchmen". © Paramount Pictures International/Warner Bros.






36 Kommentare:
Irgendwie fängt wohl jeder damit an, dass das Teil "unverfilmbar" sei, wa? ^^
Werd deine rezension aber erst lesen, wenn ich selbst meine Review mal endlich anfange...aber die Punktzahl bekommt der Film von mir auch ;)
Nur 7.5, da hab ich ja mehr erwartet. Aber du sagst ja, der DC. Spätestens dann dürfte er wohl auch in den 9er Bereich wandern.
Bis auf deine Beurteilung der eingesetzten Musik: Zustimmung. Aber hilf mir mal kurz auf die Sprünge: In welcher Szene wird der War Room zitiert?
@Xander: Nixon's War Room ist die Referenz an Kubricks "Dr.Strangelove"-War Room.
Ok, kannte "Dr. Seltsam" ja zu dem Zeitpunkt nicht, ist mir aber auch im Nachhinein nicht aufgefallen. Vielleicht bei der DVD-Sichtung dann...
Vielleicht bei der DVD-Sichtung dann...
Spätestens dann ;-)
@ Flo:
Nur 7.5, da hab ich ja mehr erwartet
Na siehste mal. ;-)Aber das mit dem DC wird kein Selbstgänger werden. Da muss er schon noch ordentlich was bieten um die 9 zu knacken...
@ Xander81:
Genau, Flo hats beantwortet. Dir hat die Musik nicht gefallen?
Also ich fand "99 Luftballons" oder "Halleluja" doch etwas deplaziert... da konnte das textlich passen wie es wollte.
Glückwunsch, schon das dritte Review ohne Penis.;) Nee, jetzt mal ehrlich, ich fand die 99 Luftballons total unpassend zur Szene, genauso wie der Walkürenritt total daneben. Aber was ich jetzt wirklich bedenklich finde, ist die Annahme der DC könnte noch was rausreißen. Ich will den richtigen Film im Kino sehen und nicht erst später für nochmal 1X,99 € auf DVD. Snyder hat die Watchmen nicht kapiert, ich bleibe dabei.
Snyder hat die Watchmen nicht kapiert, ich bleibe dabei.
Keine Ahnung. Hab den Comic ja net gelesen. Der Film funktioniert jedendalls für mich. ;-) Aber ich stimme dir zu: "ich will den richtigen Film im Kino sehen und nicht erst später für nochmal 1X,99 € auf DVD."
Die Meinung ist gar nicht mal so verkehrt. Aber da kann ja nun nicht mal Snyder was für, daran sind die Studios ja Schuld...
Glückwunsch, schon das dritte Review ohne Penis.;)
Sorry, I don't get it. Erlärst dus mir? ;-)
Na Dr. Manhattans Dong baumelt doch des öfteren durchs Bild, und das in einem amerikanischen Blockbuster.;) Und jetzt auch nach Amazon und Comic bestellen. Sofern Du auch nur im entferntesten comicaffin bist, wird das die beste Investition Deines bisherigen Lebens sein.:D
...und die Studios, na klar. Man sollte echt mal anfangen die ganzen Director Cuts zu Filmen, die erst vor einem halben Jahr im Kino liefen einfach in den Regalen stehen zu lassen. Eine fürchterliche Unsitte.
Na Dr. Manhattans Dong baumelt doch des öfteren durchs Bild
Ach so, ja klar... Hat ich gar nicht mehr auf der Pfanne, dass die Amis ja ein bisserl prüde sind. ;-)
Die Musikauswahl im Film ist desaströs. 99 Luftballons ist echt als würde ich dem Papst auf den Kopf scheißen, das hat da nix zu suchen und fertig hat sich die Sache. Der Walkürenritt ist so unnötig wie die zwei Dutzend anderen filmischen Referenzen und die Sexszene zu Halleluja war echt das unerotischste was ich seit SLIVER gesehen habe.
Kann dem Review logischerweise nicht zustimmen, der Film begreift in meinen Augen nicht, um was es im Comic geht. Ein Problem, das bereits in V FOR VENDETTA aufgetreten ist (und hier gleich weitergeführt wird).
Dr. Manhattans Dong baumelt doch des öfteren durchs Bild
Das ist ja der Witz, der baumelt ja gar nicht, der ist in jeder Einstellung gleich. Was für mich okay wäre, wenn man Crudup nicht alle zwei Sekunden Schlucken sehen würde. Aber der Film strotzt eh nur so von Fehlern...
der Film begreift in meinen Augen nicht, um was es im Comic geht
Selbst wenn das stimmt, stellt sich da für mich die (rhetorische) Frage ob dieser Malus den Film automatisch zu einem schlechten Film macht. Aber siehs mal positiv: Der Film führt wahrscheinlich dazu, dass ich mir in Bälde zum ersten mal nen Comic bestellen werde. BTW: Ist DIESE AUSGABE vollständig? Also sind hier alle Bände in einem zusammengefasst?
Das ist ja der Witz, der baumelt ja gar nicht, der ist in jeder Einstellung gleich.
Ey, ich habe meine ersten Erfahrungen mit Computergrafik auf dem Atari 2600 gemacht. Für mich baumelt der Dong.:D Aber ansonsten kann ich Dir nur zustimmen, daß Moore hier sehr falsch verstanden wurde.
@C.H. Soweit ich weiß, werden die Bände im regulären Handel nicht (mehr) einzeln vertrieben. Die verlinkte Version taugt allemal, die überteuerte Absolute Edition brauchst nicht. Und wo wir schon dabei sind, lies mal mehr Comics, da haste oft mehr von, als bei deren Verfilmungen ;-)
Selbst wenn das stimmt, stellt sich da für mich die (rhetorische) Frage ob dieser Malus den Film automatisch zu einem schlechten Film macht.
Wenn ich ein politisches Comic verfilme, dass in einer bestimmten Zeit zu einem bestimmten Problem entstanden ist (was weit höher einzuordnen ist, als die Rassendiskriminierung in einem X-MEN), dann finde ich eine zeitgenössische Umsetzung abstrahiert von diesem Problem und viel amüsanter Musik-Untermalung, viel Action und Gore und Dutzende Filmreferenzen über mehrere Jahrzehnte mehr als unpassend. Dann kann man auch gleich die Zeichentrickserie produzieren und vertreiben, die im Internet als Gag kursiert.
"99 Luftballons ist echt als würde ich dem Papst auf den Kopf scheißen, das hat da nix zu suchen"
LOL! Flo du hast gerade meinen Tag gerettet!^^
Heute werde ich mir das Snyder-Dingens antun. Den Comic/die Graphic Novel hab ich gelesen. Und halte das jetzt schon für unverfilmbar. Die Gründe werd ich dann wohl in meiner Review preisgeben.
Den Comic/die Graphic Novel hab ich gelesen
Völlig verkehrte Reihenfolge. Du musst doch erst den Film sehen und dann den Comic lesen (So wie ich). Das erhöht die Chance, dass du bei beiden Sachen Spaß hast... ;-)
PS: Viel Spaß.
Genau C.H. Ich hab auch erst den Film geguckt und bis dato noch kein Blatt vom Comic gesehn :)
Klar hat der Film ein paar Schwächen (welcher nicht?) aber grade Rorschach reißt alles raus. Allein wegen diesem Psycho lohnt es sich schon, den Film zu gucken. Keine Ahnung, ob er ebenso gut im Comic rüberkommt.
Letztendlich ist Rorschach der einzig wahre Superheld. Er bleibt den Prinzipien treu bis zum Ende.
welcher nicht?
Im Comic-Genre? "Sin City" Nicht umsonst bekommt der ne glatte 10/10 bei mir... ;-)
Zu Rorschach: Auch ihn würde ich nicht als Superhelden bezeichnen. In "Watchmen" gibt es imho keine Helden. Er mag zwar seinen Prinzipien treu bleiben, doch was sind das für Prinzipien?
Im Comic-Genre? "Sin City"
Ich finde ja, SIN CITY hat ne ganze Menge Schwächen. Aber lassen wir das ;-)
Der Film zieht sich einfach in die länge, man will eigentlich nur sehen wie die Geschichte weitergeht, wird jedoch immer wieder durch Zeitsprünge vertröstet, die einen nach einer Weile nur noch langweilen. Von mir bekommt der nur ne 7,auch wenn er mal was anderes ist als die typischen Superheldenverfilmungen.
Sie haben ja wenigstens versucht es etwas anspruchsvoller zu gestallten.
Tja was soll man machen, ist ihnen nicht gelungen.
Ich bin mal gespannt, was der DC noch reissen kann, nur fürchte ich das er bei dir - da dir ja schon die KV zu viele Längen hat - nicht wirklich punkten können wird... ;-)
Ich habe die Vorlage nicht gelesen, aber den Film fand ich extrem gut und hätte in jedem Fall eine 9/10 gegeben.
Ich wusste nicht, was ich zu erwarten hatte. Da ich keine Graphic Novels lese, kann ich frank und frei an die Sache rangehen und den Film für sich selbst sprechen lassen.
Der Film ist lang, aber Längen habe ich so nicht empfinden können. Er fordert dem Zuschauer recht viel Mitdenken ab, sonst ist er noch schwerer zu verstehen und die vielen Rückblicke sind dem Fluss eher hinderlich.
Bis auf Rorschach bleiben alle Hauptfiguren in meiner Wahrnehmung recht blass. Man empfindet schlichtweg ichts für sie, weder positiv noch negativ und wenn bei einem ganzen Rudel Hauptdarstellern nur einer dabei ist, an dem man als Zuschauer hängen bleiben kann, ist das einfach zu wenig.
Der Film ist sehenswert, aber vom Hocker hat er mich nicht gerissen. Wenn man mitdenkt ist die Story aber vergleichsweise durchsichtig, auch in Bezug auf den designierten Bösewicht.
Was die Musik angeht habe ich persönlich meinen Hut vor dieser Auswahl gezogen, wie auch der Film selbst hier und da mit Augenzwinkern gemeint sein dürfte und so gesehen werden sollte.
Ich habe mir als Reaktion des Film tatsächlich die Graphic Novel zugelegt, weil mich der Film sehr neugieirg gemacht hat. Zwar mag "Watchmen" nicht Perfekt sein, auch gibt es bessere Comiverfilmungen, aber es gab bislang nur wenige Comicverfilmungen die sich getraut haben, auch wirklich zu erzählen. Im Übrigen lohnt sich der Graphic Novel, das kann ich nach der Lektüre (stehe aber noch am Anfang) ohne jeden Zweifel sagen.
Wie jetzt? Die Kinofassung kriegt 7.5 Punkte und der Director's Cut 4.5 oder der Film insgesamt nun 4.5 und 3 Punkte Abzug nur wegen dem Finale, obschon es sonst eine ausgezeichnete Comic-Adaption ist? Das erscheint mir - der ich den Film allgemein scheiße finde - doch etwas harsch, wegen einer Abwandlung zu einer sonst echt duften Comic-Adaption hier gleich den Rotstift zu zücken ;-)
Ne, nicht ganz. Sieh es mal so. Der Film "Watchmen" bleibt "Watchmen", ob nun im DC oder nicht. Der reisst nichts raus, macht aber auch nichts schlechter. Wenn du also so willst, bleibt es bei den 7,5.
Ich hatte überlegt, ob ich die Wertung aus der oberen Review rausnehme. Aber warum? Diese ist eben in Unkenntnis der Comicvorlage entstanden und ist somit in gewisser Weise immer noch gültig (solange ich die Graphic Novel ausblende). Die neue Wertung ergibt sich dann eben quasi im direkten Vergleich zur Vorlage (Was ich ja eigentlich sowieso nicht gerne mache, wie du weist).
Ich finde die 3 Punkte Abzug übrigens keinesfalls als zu harsch. Das Ende des Comics ist ja wichtig und keine Kleinigkeit. Da kann der Film bis dahin noch so gut sein, wenn er es dann vermasselt und das tut er (Das weiß ich jetzt), dann kann man das nicht mehr tolerieren.
Und zu guter Letzt spiegeln die zwei Wertungen ganz gut meine eigene Zerissenheit wieder. Ich weiß jetzt nämlich selber nicht mehr wirklich, was ich von dem Film halten soll... ;-)
Zum Update:
Das war ja sowas von sonnenklar. Snyder ist ein Nichtkapierer. Was bei Dawn of the Dead noch halbwegs unwichtig war, bei 300 äußerst ärgerlich, da er mit seinem Finale und der Nebenhandlung schon hier Millers Intention ad absurdum führte (im Original führt Leonidas sein Volk durch seinen Faschismus in den Tod, in Snyders Film ist er Motor für die Freiheit, ich bezweifle jedoch, daß Snyder das selbst kapiert). Und hier genau das gleiche. Snyders Filme sind stringent inszeniert und sehen gut aus. Jeder Autor sollte sich jedoch hüten, seinen Stoff durch Snyder verfilmen zu lassen.;)
Ich halte 300 weiterhin für eine ausgesprochen gute Adaption des Comics, wenn auch die Gorgo-Nebenhandlung lediglich dazu da ist die Laufzeit auszudehnen. Das Finale um Leonidas kann man natürlich so lesen, wie Tumulder es tut, und dementsprechend enttäuscht sein, ich selbst sehe es jedoch anders und somit auch gut umgesetzt.
Wieso kann man keine Sätze aus deinem Beitrag hier rein kopieren???
Egal. Du schreibst, die Verfilmung verfälsche nicht den Geist der Vorlage. Und ob sie das tut. Alleine die Musikauswahl, die Grad an Brutälität, die durchgestylten Choreos. Das alles ist nicht Moore, das ist Snyder. Der Mann hat alles, aber ganz sicher nicht die Atmosphäre eingefangen.
Wieso kann man keine Sätze aus deinem Beitrag hier rein kopieren???
Ich weiß, dass der Firefox ab und an Probleme mit dem Blogger-Kommentarfenster hat. Bei mir geht es aber gerade.
Du schreibst, die Verfilmung verfälsche nicht den Geist der Vorlage.
Mich würde mal interessieren, an welcher Stelle ich das schreibe. Ich spreche einmal davon, dass sich Snyder bemüht hätte den Geist der Vorlage einzufangen und an anderere Stelle das ich es erwarte das eine Adaption den Geist der Vorlage einfängt. Mal ganz nebenbei: So ziemlich der ganze Update-Artikel dreht sich doch um die Krux, dass es Snyder am Ende eben nicht schafft der Vorlage gerecht zu werden und die Sache somit versaut.
Anders als du sehe ich die Probleme aber nicht in erste Linie bei der Musikauswahl oder gar den Choreos. Mal abgesehen davon, dass man Snyder dies zugestehen muss (Ob es einem gefällt ist eine andere Frage), erachte ich diese Aspekte als nicht sonderlich essentiell. Zu mal ich das im Übrigen anders sehe. Aber das ist an dieser Stelle nicht der Punkt. Das Kasus Knaxus ist das weichgespülte Ende, was der Vorlage a) nicht gerecht wird und b) angesichts der Tatsache welche Gewaltorgie Synder in "Watchmen" entfesselt hat, geradezu feige hoch 3 ist.
@flo
Na enttäuscht bin ich gar nicht mal von 300, der ist ja immer noch ein ordentlicher Äktschnfilm.;)
Hmm... ich finde, dass man bei der Beurteilung des Filmes (wenn man denn dem DC eine andere Bewertung gibt als dem Kinofilm) diese beiden Beurteilungen auch getrennt stehen lassen sollte. Also für mich - ich kenne das Comic nicht - war Watchmen ein echt guter Film. Und bei dem Publikum das den Film gesehen hat würde ich auch mal davon ausgehen, dass wohl über 80% das Comic auch nicht kennen. Von daher muss man solche Bewertungen mMn schon differenzieren ^^.
Phil
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