

In der aktuellen Ausgabe des Kulturspiegels lässt sich ein ziemlich pointierter Artikel zu – so wird es zumindest oft genug kolportiert - Hollywoods derzeitigem Sexsymbol Nummer Eins finden. „Fox verkörpert genau jene Schlampe, die einer anderen Frau in null Komma nichts den Mann wegschnappt“(KulturSpiegel 11/09, S. 13) – mit diesen wohlfeinen Worten gelingt es dem Autoren des Artikels zu verdeutlichen, warum es Megan Fox beim weiblichen Publikum so schwer hat: „Wer geht schon ins Kino, um seinem Freund dabei zuzusehen, wie er erregt auf die Leinwand stiert?“ Und weil also den Herren der Schöpfung ob der körperlichen Reizen der betont lasziv auftretenden Fox die Augen mit schöner Regelmäßigkeit aus dem Kopf fallen, wäre es nur konsequent gewesen das neueste Megan Fox-Vehikel nicht „Jennifer’s Body“ sondern gleich Megan’s Body zu nennen. Schließlich waren es genau jene körperlichen Reize auf denen quasi das gesamt Marketing zum Film basierte. Ein Film, der in den USA schließlich vom sonst doch so genügsamen Publikum gnadenlos abgestraft wurde. Magere 16 Millionen US-Dollar vermochte der Film in den Staaten einzuspielen und blieb somit deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Scharf, schärfer, Jennifer Check (Megan Fox). Sie ist wohl das heißeste Mädchen an ihrer Highschool: Die Klamotten stets eine spur zu knapp, dazu noch eine große Klappe. Nur ihre beste Freundin passt da nicht wirklich in das sonst so hippe Gesamtbild. Needy (Amanda Seyfried) nämlich ist ein unscheinbares Mädchen, das so gar nicht zu dem extrovertierten Auftreten von Jennifer passen will. Doch Sandkastenfreundinnen bleiben eben Sandkastenfreundinnen. Das gilt auch an jenem Abend, als sich Jennifer und Needy in die verrauchte Kneipe ihres Heimatortes begeben, um das Konzert einer aufstrebenden (und bis dato erfolglosen) Rockband zu besuchen. Diese sind mittlerweile des ertragsarmen musizierens überdrüssig und hecken einen im wahrsten Sinne des Wortes teuflischen Plan aus. Eine Jungfrau soll dem Leibhaftigen geopfert werden im Austausch für die große Karriere im Musikbusiness. Dumm nur das die satanischen Rocker mit Jennifer in Sachen Jungfrau nicht gerade ihre cleverste Wahl getroffen haben, so dass aus der nächtlichen Opfergaudi ein männermordendes Monster hervorgeht, welches fortan die örtliche Highschool terrorisiert.
Die Verbindung von Highschool und Horror hat im Film eine lange Tradition, so dass man sich mittlerweile schon etwas einfallen lassen muss, um dem Genre neue Seiten abzugewinnen. Immerhin: Mit Diablo Cody, die 2007 im Zuge ihres (meiner Meinung nach überschätzen) Erstlings „Juno“ quasi direkt von der Strip- zur großen Oscarbühne durchstartete, zeichnet sich eine Frau für das Drehbuch von „Jennifer’s Body“ verantwortlich, der man durchaus zutrauen könnte frischen Wind in das Genre zu bringen. Und zum Teil ist diese Angelegenheit sogar von Erfolg gekrönt. Wie auch schon im Fall von „Juno“ fokussiert sich Cody auf die Frauenfiguren in ihrer Geschichte, sowie einigen geschliffenen Dialogzeilen. Männer haben in „Jennifer’s Body“ nicht wirklich etwas zu melden, außer mit ihren Gedärmen als Futter für die stets hungrige Dämonin zu fungieren. Als inhaltliches Grundgerüst fungiert in dieser in der Summe doch arg harmlosen Horrorepisode das aufkommende Duell zwischen Jennifer und Needy, das in seiner Ausgestaltung wenigstens nicht in das „touched girl vs. untouched girl“-Klischee verfällt.
Abseits dieser wenigen positiven Aspekte bleibt jedoch nicht mehr viel über was es zu honorieren gilt. Das liegt wohl zuvorderst an der in Teilen fürchterlichen Inszenierung von Regisseurin Karyn Kusama. Sollte „Jennifer’s Body“ wirklich jemals den Anspruch gehabt haben zumindest von Zeit zu Zeit ein Horrorfilm zu sein, dann ist davon nichts mehr übrig geblieben. Erschreckend ist höchstens die gepflegte Langeweile, die sich alsbald beim Zuschauer einstellen muss. Und spätestens wenn zum gefühlt hundertsten Mal die ordinäre Schulbibliothek mit ihren fünf Büchern auf einmal mit ihrer reichhaltigen Auswahl an Ratgebern zum Thema okkulte Dämonenbeschwörung glänzt, ist die unfreiwillige Komik, die den Film immer wieder durchzieht, nicht mehr zu leugnen. Enttäuscht werden auch all diejenigen sein, die sich „Jennifer’s Body“ mit der Erwartung ansehen einen Blick auf Megan’s Body erheischen können. Denn da gibt sich die gute Megan außerordentlich züchtig, außer einem heruntergezogenen Reißverschluss ist da nicht viel drin, mal abgesehen davon das die gesamte Sexyness von Megan Fox dermaßen over the top verkörpert wird, das ohnehin gefragt werden muss, wer darauf eigentlich anspringen soll.´
Um es also auf den Punkt zu bringen: Selten ist ein Film dermaßen am Publikum vorbei konzipiert worden, wie „Jennifer’s Body“. Horrorfreunde werden nach der ersten Hälfte eingeschlafen sein. Frauen, die ob der von Diablo Cody inszenierten Frauenpower ihren Freunden ein triumphierendes „Da hast du es!“ an den Kopf schleudern könnten, werden sich ob der in der Einleitung der Besprechung genannten Gründe wohl kaum in den Film verirrt haben. Und sollte es wirklich den einen oder anderen geben der sich primär wegen Megan Fox ins Kino gewagt hat, hätten diese lieber Google bemüht. Das wäre ertragreicher gewesen. Und bevor ich mich an dieser Stelle noch weiter großartig darüber echauffiere wie viel Potential der Film eigentlich verschenkt, beende ich lieber die Besprechung. – Fazit: 4 von 10 Punkten.
Quellennachweis: Abbildungen aus "Jennifer's Body". © 20th Century Fox






9 Kommentare:
Abgesehen davon, dass ich "Juno" nicht für überschätzt halte, waren das ungefähr die Beweggründe, die mich von einem Kinobesuch abgehalten haben. Nur für Megan Fox kaufe ich kein Kinoticket; war schon bei "Transformers" so. Bisher habe ich auch von wirklich niemandem gehört, der wirklich begeistert von dem Film war.
Zu "Juno": Ist ja auch kein schlechter Film, nur fand ich das es der Film gegen Ende mit der altklugen Attitüde seiner Protagonistin ein wenig übertreibt. Das hat mich etwas gestört. :)
Zu "Jennifer's Body": das schlimmste an dem Film ist wirklich das der so extrem unspannend ist. Da wäre wirklich sehr viel mehr drin gewesen.
Was will man von einem Diablo-Cody-Film auch erwarten.
hm, darf ich raten, du bist wegen Megan Fox rein?! *g* ich mag ja Amanda seyfried, die ist natürlich und kann singen *ggg* also wirklich das komplette Gegenteil.
Nun, natürlich ist Megan Fox mit Sicherheit für mich keinesfalls ein Grund NICHT ins Kino zu gehen, aber ich habe doch tatsächlich gehofft einen vernünftigen Horror-Film zu sehen. Und wenn dann noch Megan Fox ein wenig lasziv durchs Bild wackelt hab ich damit am wenigsten ein Problem. ;-) Nur leider war der Film so öde das ich ständig kurz vorm einschlafen war und mich ziemlich komatös gefühlt habe. :)
nun, vielleicht sollte das so sein?! statt Horror-Film, Koma-Film ?!
ich fand den film cool und adam brody ist vedammt heiß un das lied trough the trees war auch schön...
Schlecht ist was anderes ... aber gut halt auch :)
also von frau fox, hätte ich mir mehr erwartet ...
amanda S. ist dagegen grosse klasse, genau wie das drehbuch, im grossen und ganzen, ist der film okay ... doch wirkt wegen fox ein wenif fad ... ohne sie, wäre er besser dran gewesen :) Brain,Jesse Catlöien, John Mcdonald, Melinda Campford, sind da um lengen unterbesetzt ... aber ausleihen lohnt sich, kaufen jedoch nicht!
Gestern gesehen und darin bestätigt worden, dass die Cody nix kann. Von mir gibt's halb so viel Punkte wie von dir. Grausiges Filmchen.
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